Der Verein
Einleitung
97 Jahre Musikkorps der Stadt Löhne e.V.!
Ein langer Weg wurde bereits zurückgelegt, auf den es sich zurückzuschauen lohnt, um neue Wege für die Zukunft zu beschreiten.
Bei dem Versuch die Vereinsgeschichte in einer Chronik zu erfassen stellt sich jedoch das Problem,
dass nur auf eine sehr magere Quellenlage zurückgegriffen werden kann. Ein Vereinsarchiv ist nicht vorhanden,
Dokumente und andere Materialien sind größtenteils in den Privaträumen der jeweilig verantwortlichen Mitglieder
gelagert worden und nach dem Ausscheiden aus dem Verein kaum weitergegeben worden.
Zeitzeugen stehen ebenfalls kaum noch zur Verfügung.
Die Situation ist vergleichbar mit einem Abstieg in einen unbekannten, dunklen Keller,
den man nur mit einer Taschenlampe beleuchten kann. Der Fokus kann immer nur auf kleine Details gerichtet werden.
Nie erhält man eine Gesamtübersicht. Aus vielen kleinen Fragment und Facetten muss versucht werden eine Vorstellung
vom Ganzen zu beschreiben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger wurde nachfolgend versucht.
Ausgangslage
Wie sich im Jahr 1914 in der damals noch selbständigen Gemeinde Gohfeld der Musikverein Gohfeld,
aus dem später das Musikkorps der Stadt Löhne hervorging, gegründet hat, ist nicht dokumentiert.
Die Festchronik zum 50. Bestehen des Musikvereins Gohfeld vom 29. November 1964,
muss als ältestes bekanntes Textdokument angesehen werden und berichtet folgendes: „Schon vor dem
Gründungsjahr 1914 bestanden in Gohfeld zwei Vereinskapellen. Aus diesen beiden Kapellen entwickelte sich eine
selbstständige Kapelle unter dem Namen `Musikverein Gohfeld´. Zu diesen Gründern gehören u.a.: [...] Hermann Berges;
ferner Fritz Lidtke, Heinrich und Wilhelm Köster, Heinrich Karweg und noch einige nicht mehr bekannte Kameraden“.
Welche zwei Kapellen haben sich 1914 aus welchen Gründen zusammengeschlossen ?
Die Chronik von 1964 berichtet weiter: „Schon nach kurzem Bestehen des Musikvereins wurde die Vereinstätigkeit
durch den ersten Weltkrieg unterbrochen [...]. [...] im Jahr 1919, fanden sich die Musikkameraden erneut zusammen,
um ihr angefangenes Werk weiterzuführen. Aus Mangel an aktiven Mitgliedern wurde zunächst nur Streichmusik gemacht.
Erst im Jahre 1921/1922 konnte durch Zutritt jüngerer Musikfreunde die Blasmusik wieder aufgenommen werden.“
Auf einem Foto sehen wir Blasmusiker in Feuerwehruniformen.
Wir gehen heute davon aus, dass es sich hierbei um das wahrscheinlich älteste erhaltene Foto der
Musikvereinigung Gohfeld handelt und wahrscheinlich noch vor dem I. Weltkrieg aufgenommen wurde.
Ob es sich bei dem Orchester tatsächlich um eine Feuerwehrkapelle handelte entzieht sich unserer Kenntnis.
Auffällig ist jedoch, dass zum 50. Vereinsjubiläum 1964 Feuerwehrkapellen der näheren Umgebung, nämlich Wittel,
Werste, Oberbecksen, Rehme und Dehme, aufspielten, jedoch sich keine Feuerwehrkapelle in Gohfeld erhalten hat.
Wohl gab es immer eine Nähe zur Gohfelder Feuerwehr: personell durch Mitgliedschaft von Musikern in der Wehr;
hier ist insbesondere Heinrich Potthast –1. Vorsitzender von 1949-1963- zu erwähnen,
der auch Amtsbrandmeister der Gohfelder freiw. Feuerwehr war. Darüber hinaus spielte der Musikverein bei Feuerwehrfesten,
wie dem Katzenbuschfest und anderen Anlässen, wie ein Foto eines Umzug im Jahr 1952 zeigt, auf.
Bei einer solchen Nähe zur Feuerwehr scheint eine gesonderte Feuerwehrkapelle widersinnig.
Warum der Musikverein Gohfeld dann nicht gleich der Feuerwehr angeschlossen war,
muss aus der Chronik 1969 geschlossen werden, wonach sich „eine Gruppe von musizierfreudigen Gohfeldern
[...] unabhängig von Organisationen und öffentlichen Einrichtungen, der Musik, insbesondere der Blasmusik,
verschrieben hatte.“.
Während also zum einen bereits 1914 Blasmusik in Gohfeld gepflegt wurde, scheint die weitere Kapelle,
aus der die Musikvereinigung Gohfeld hervorging eher ein Streichensemble gewesen zu sein.
Schließlich wird in der Chronik von 1964 berichtet, dass nach dem I. Weltkrieg aus Mangel an Bläsern zunächst
nur Streichmusik gemacht wurde.
Die Anfänge der Blasmusik
Ein Blick auf eine Aufnahme aus den 20er Jahren zeigt – verglichen mit dem heutigen Orchester- eine relativ kleine
Schar von Musikern. Zu der Zeit (etwa um 1922) berichtet uns die Chronik von 1964 von 18 aktiven Mitgliedern.
Namentlich bekannt ist der erste Kapellmeister: August Windmeier aus Werste.
Der Verein war bereits organisiert und wurde von einem Vorstand geführt: Hermann Berges
(1. Vorsitzender; späteres Ehrenmitglied), Karl Fürste (1. Kassierer), Heinrich Potthast
(1. Schriftführer; Wiederbegründer des Vereins nach dem II. Weltkrieg und Vorsitzender).
Allmählich entwickelte sich so ein Blasorchester, das schnell vielen Veranstaltungen in der Gemeinde
und darüber hinaus einen guten Klang verlieh. So berichtet die Chronik von 1964 weiter,
dass der Verein zu jeder öffentlichen Veranstaltung hinzugezogen wurde und ab 1925 selbst,
durch den Aufbau eines Tanzzeltes zur Wiederbelebung des Gohfelder Marktes beitrug.
Noch bis in die 80er Jahre hinein wurde dieses Volksfest zum Herbstanfang gefeiert und
das Musikkorps der Stadt Löhne spielte dort auf.
Entwicklungen bis zum II. Weltkrieg
Im November 1925 wurde der erst zwanzigjährige Paul Fürste zum musikalischen Leiter bestimmt.
Bereits mit 18 Jahren ist er dem Musikverein Gohfeld beigetreten. Bis 1967, also 42 Jahre lang sollte er die
musikalischen Geschicke des Vereins lenken; länger als keiner seiner bisherigen Nachfolger.
Eine letzte Aufnahme vor Ausbruch des II. Weltkrieges wurde 1939 gemacht.
Dieses Bild hing später für einige Jahre im Übungslokal der Gaststätte Wegener.
Das Orchester sollte nie wieder in der Formation spielen können. Die Ehrentafel der Chronik von 1964
berichtet uns von vier gefallenen Kameraden: Willi Rasche, Gustav Rasche, Emil Schröter und Erich König.
Der Neuanfang nach 1945
Während des II. Weltkrieges ruhten alle Vereinstätigkeiten.
Ein Versuch den Probebetrieb im Jahre 1946 wieder aufzunehmen scheiterte zunächst,
da einige Register nicht voll stimmfähig waren: vier Kameraden sind gefallen,
andere kamen erst Jahre später aus der Kriegsgefangenschaft heim.
Einen regelmäßigen Probenbetrieb gab es dann erst wieder ab dem Jahr 1949.
Der Verein konstituierte sich wieder neu und wählte einen neuen Vorstand: Heinrich Potthast (1. Vorsitzender),
Willi Sieker jr. (Schriftführer) und Fritz Krüger (Kassierer).
Als Probenraum stand wiederum der kleine Saal der Gastwirtschaft Wegener zur Verfügung.
Die Nachkriegszeit wurde aber auch durch Flüchtlings- und Vertriebenenschicksale geprägt.
Ein Beispiel für eine gelungene Eingliederung von Vertriebenen ist unser heutiges Ehrenmitglied Willy Krüger.
Die 50er und 60er
Der Musikverein Gohfeld hat viele Traditionen unterstützt und gepflegt.
Es soll hier nur kurz an die ausgerichteten Werrefeste mit italienischer Nacht, die trad.
Gohfelder Blocksbergfahrt oder auch an den Gohfelder Markt erinnert werden.
Eng verbunden war der Musikverein Gohfeld mit der Traditionsgaststätte Wegener, vielen noch bekannt als Wegeners Tenne.
Über viele Jahre hinweg fanden dort Proben und Veranstaltungen statt.
Es wird erzählt, dass während der Probe nicht nur einmal der Wirt, Albert Wegener, mit einer Runde hereingekommen sei,
die entweder er selbst oder auch ein Gast im Schankraum ausgegeben hat, um sich ein Stück zu wünschen.
Bei Albert Wegener war dies zumeist der Marsch: „Unter dem Grillenbanner“.
Die Probenatmosphäre dürfte entsprechend gewesen sein, doch führte dies auch dazu,
dass teilweise über ein Jahr hinweg kein neues Stück einstudiert werden konnte.
Das 50. Vereinsjubiläum wurde im Saal Wegener am 29.11.1964 groß gefeiert.
Das Programmheft berichtet von nicht weniger als 10 Kapellen und Spielmannszügen,
die dem Gohfelder Musikverein Ihre Aufwartung machten.
In den 60er Jahren stellte sich dann auch ein notwendiger Generationswechsel ein.
Heinrich Potthast, Wiederbegründer des Vereins nach dem II. Weltkrieg gab sein Amt 1963
in die Hände des heutigen Ehrenvorsitzenden Reinhold Thies. Kapellmeister Paul Fürste übergab
nach 42 Jahren den Taktstock an Kurt Möller.
Vom Musikverein Gohfeld zum Musikkorps der Stadt Löhne – Entwicklungen bis heute:
Die Umwidmung:
Ein entscheidender Schritt der Vereinsgeschichte war 1969 die Umwidmung vom Musikverein Gohfeld in das Musikkorps der Stadt Löhne.
Die Festschrift zum Gründungsfest berichtet: „Im Rahmen der Gebietsreform notwendigen Zusammenfassung der Gemeinden Gohfeld,
Löhne, Mennighüffen, Obernbeck und Ulenburg zur Stadt Löhne sah der Musikverein Gohfeld eine Möglichkeit,
seine musikalischen Tätigkeiten auszudehnen und der noch jungen Stadt Löhne einen gewissen kulturellen Rückhalt zu bieten.
Möge das diesjährige Gründungsfest, verbunden mit dem 55. Geburtstag des Musikvereins, dazu beitragen,
alle Musikfreunde und –förderer kameradschaftlich noch enger aneinander zu binden,
die Jugend aufzurütteln und der Blasmusik somit eine gesicherte Zukunft zu geben.“
Der Musikverein Gohfeld gehörte damit zu den ersten eingesessenen Ortsvereinen,
der seine Aktivitäten auf das ganze Stadtgebiet ausdehnte und sich zu der jungen Stadt Löhne eindeutig bekannte.
Zunächst hat sich außer dem Namen und dann der Uniform (Anfang der 70er Jahre wurde die auch heute noch zeitlos wirkende weinrote Uniformjacke mit dem Stadtwappen auf der Brusttasche eingeführt) äußerlich nicht viel geändert.
Der Verein war nach wie vor fester Bestandteil des Gemeindelebens in Gohfeld.
Der Probenbetrieb wurde erst 1988 vom Schulzentrum Melbergen in die dann endgültig fertiggestellt neue Stadthalle, der Werretalhalle, verlegt.
In den vergangenen 35 Jahren konnten viele mit der Umwidmung verbundenen Ziele verwirklicht werden.
Als Musikkorps der Stadt Löhne ist das Orchester zu einem Markenzeichen avanciert und wird heute liebevoll nur noch kurz
„unser Stadtmusikkorps“ genannt.
In den 80er Jahren sorgte der heutige Ehrenvorsitzende Gerhard Stienkemeier für die Eintragung in das Vereinsregister und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.
Das Musikkorps ist seither auch im Volksmusikerbund vertreten.
Jugendförderung
Als schwerwiegendes Problem hat sich spätestens seit den 60er Jahren der fehlenden Nachwuchs
an aktiven Mitgliedern herausgestellt.
Da Musiker nicht auf Bäumen wachsen, hat der Verein bis in die 80er Jahre versucht den musikalischen Nachwuchs selbst auszubilden.
Besonders beeindruckend ist die Gründung eines Jugendfanfarenzuges am 01.04.1967.
Diese Idee ging in erster Linie auf eine Initiative des heutigen Ehrenvorsitzenden Reinhold Thies zurück.
Zum ersten Übungsabend fanden sich bereits 10 Jugendliche ein.
Artur Katzberg übernahm die musikalische Ausbildung und wurde später von Herbert Graupner unterstützt.
Für die Betreuung zeichnete sich Günter Schumacher verantwortlich.
Aufgrund der späten Übungsstunden konnten die angehenden Jungmusiker nicht gleich in das Orchester integriert werden.
Als Zwischenlösung entwickelte sich aus dem Jugendfanfarenzug ein Jugendmusikzug.
Auch nach der Umwidmung zum Musikkorps der Stadt Löhne fand sich keine abschließende Lösung,
wie die Beziehungen des Orchesters zum Jugendmusikzug gestaltet werden können.
Schon Anfang der 70er Jahre tauchten Überlegungen auf den Musikzug als eigenständigen Verein zu führen
und lediglich freundschaftliche Kontakte zu pflegen. Der Jugendmusikzug hatte bereits eine eigene Geschäftsführung.
Damit betraut waren u.a.: Heinz Zierrock und Heinz Katzberg.
Mit teilweise über 30 eigenen Auftritten im Jahr hatte der Jugendmusikzug auch ein gewisses Maß an
wirtschaftlicher Unabhängigkeit erreicht. Ende der 70er Jahre sollten sich die Weg des Jugendmusikzuges und
des Musikkorps endgültig trennen. Damit endete zunächst eine beispiellose Jugendförderung.
Seit der Gründung der Brass Band 1980 beherbergt die Stadt Löhne somit zwei Blasorchester.
Mit Einrichtung der Löhner Jugendmusikschule 1971 waren ganz neue Wege der musikalischen Ausbildung möglich.
Die Ausbildung durch erfahrene Musiker des Vereins wurde durch die Ausbildung durch Berufsmusiker sukzessive ersetzt.
Durch die intensive und professionelle Ausbildung an der Musikschule setzte schließlich auch ein weiterer Qualitätssprung ein.
Heute beteiligt sich das Musikkorps der Stadt Löhne an einem Förderkonzept für Blasmusik.
Jungen und Mädchen wird über Klassenorchesterprojekte der Bertolt-Brecht-Gesamtschule-Löhne und
des Städtischen Gymnasiums Löhne Blasmusik anschaulich nahe gebracht.
Darüber hinaus haben die Musikschule Löhne und das Städtische Gymnasium ein Juniorblasorchester eingerichtet.
Einige Instrumente werden vom Musikkorps gestellt.
Bei den Jahreskonzerten des Musikkorps wird dem Juniorblasorchester Löhne regelmäßig eine Auftrittsmöglichkeit
vor großem Publikum geboten.
Musikalische Erfolge:
Schallplattenaufnahme 1983
Unter der Leitung des Dirigenten Ferdinand Werhan entstand Ende 1983 eine erste Schallplattenaufnahme.
Die Aufnahmen wurden im alten Kursaal in Bad Salzuflen an mehreren Tagen auf 16 Tonspuren aufgezeichnet.
Der Tonträger fand reißenden Absatz. Im Vereinsbesitz ist heute lediglich noch eine Schallplatte.
Den Namen Ferdinand Werhan sprechen die seinerzeit bereits aktiven Musiker auch heute noch mit großem Respekt aus,
herrschte doch während der Proben eiserne Disziplin und auch der Taktstock flog schon mal durch die Reihen.
Wertungsspiel 1986
Das Musikkorps hat sich 1986 nach längerer Vorbereitungszeit entschlossen an einem Wertungsspiel im Rahmen des
Landesmusikfestes in Arnsberg teilzunehmen. Unter der Leistung von Gerhard Sowa wurde das Pflichtstück: „Drei moderne Bagatellen“
und das Selbstwahlstück: „Ouvertüre zur Oper: Die leichte Kavallerie“ erfolgreich aufgeführt.
Das Orchester erspielte damit einen ersten Rang in der Oberstufe.
Internationale Blasmusikfestival in Mielic/ Polen
Das Orchester hatte 2005 im Rahmen einer Reise in Löhnes Partnerstadt Mielic in Polen die Möglichkeit
beim 4. Internationalen Musikfestival der Stadt Mielic an einem musikalischen Wettbewerb teilzunehmen.
Die Teilnehmer bei diesem Wettbewerb kommen dabei aus ganz Polen und aus Teilen der Slowakei.
Dabei konnten die Löhner Musiker einen tollen Erfolg verzeichnen.
In der Kategorie Blasorchester belegte das Musikkorps den ersten Platz.
Unter der Leitung ihres Dirigenten Gerhard Sowa steigerte sich das Orchester dabei zu einer bläserischen Höchstleitung.
Als Wettbewerbstücke präsentierten die Musiker neben ihrem eigenen Marsch „Löhne umsteigen“,
die bei allen Freuden des Orchesters bekannte „African Symphonie“ und die musikalische Liebeserklärung „Music“ von John Miles.
Die aus hochkarätigen Musikern, u.a. Mitglieder der Philharmonie Krakau und Prag, besetzte internationale Jury war besonders von dem Dirigat,
der Disziplin und dem musikalischen Zusammenspiel des Orchesters begeistert.
Jahreskonzerte und Cafèkonzerte
Seit Bestehen der Werretalhalle (1985) veranstaltet das Musikkorps der Stadt Löhne dort regelmäßig im Frühjahr ein großes Konzert,
das sog. Jahreskonzert. Dabei wird das über den Winter einstudierte neue Repertoire erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt
und somit die Konzertsaison eröffnet. In den letzten Jahren wurden besonders themenorientierte Konzertprogramme erarbeitet und
mit anderen Gruppen und Vereinen zusammengearbeitet. Blasmusik und Tanz, wie auch Dudelsackmusik,
Blasmusik und Chor- und Sologesang wurden vom Publikum dankbar aufgenommen.
Ein besonderer Höhepunkt in der Orchestergeschichte ist die Zusammenarbeit mit dem Startrompeter Walter Scholz.
In den vergangenen 3 Jahren hat das Orchester insgesamt 4 Konzerte mit dem Weltstar geben dürfen.
Die Tradition der Weihnachtskonzerte, die zusammen mit dem MGV Harmonie, Mennighüffen und dem Kinderchor
der Jugendmusikschule gegeben wurden musste 1998 aufgeben werden.
An diese Stelle trat das bereits traditionelle Cafèkonzert: bei Kaffee und Kuchen
verabschiedet sich das Orchester Anfang November in die Winterpause.
Weitere Konzerttraditionen
Seit Anfang der 50er Jahre wird am Pfingstsonntag im Garten der Gaststätte Glösemeyer ein Frühschoppenkonzert gegeben.
Diese Konzerttradition ist somit seit ½ Jahrhundert die älteste des Orchesters.
Jedes Jahr erfreut sich dieses Konzert eines großen Publikumszuspruches,
der sich auch von drohenden Regenwolken nicht abhalten lässt. So hoffen wir diese Tradition auch noch lange pflegen zu können.
Fast genauso lange nimmt das Orchester an den Schützenfesten des Schützenbatallions Löhne teil.
Der Sturm auf das Rathaus gelang immer dank der Marschmusik des Musikkorps der Stadt Löhne .
Eine besondere Attraktion ist das Spielen der Fanfarenmärsche mit Kesselpauken,
die, wie auf dieser Aufnahme zu sehen bereits Anfang der 50er Jahre gepflegt wurde und unter Ferdinand Werhan,
auch bekannt geworden als Kesselpauker zu Pferde, zu neuer Blüte gebracht wurde. Auch in der Partnerstadt Spittal wurde
diese Traditionspflege 1983 begeistert aufgenommen.
Dirigenten
Mit musikalischen Erfolgen sind untrennbar unsere Dirigenten verbunden. Neben den bereits erwähnten Kapellmeistern,
August Windmeier, Paul Fürste, Kurt Möller, Ferdinand Werhan und Gerhard Sowa ist hier auch noch Ewald Sommer,
Bernhard Margenberg, Johannes Greiwe, Ronald Mott und Cor Ridderhof zu erwähnen.
Letztgenannte zeugen von der Internationalität des Orchesters: Ronald Mott leitete bereits Anfang der 70er Jahre als Engländer
das Musikkorps. Ende der 80er Jahre verlieh Cor Ridderhof dem Orchester eine holländische Note.
CD-Aufnahme
Im Winter 2003/2004 hat das Orchester erneut unter der Leitung von Gerhard Sowa in der Aula der Grundschule Löhne-Bahnhof
eine CD eingespielt. Ein Querschnitt aus 90 Jahren Musikgeschichte sollte es sein.
Die CD unter dem zutreffenden Titel „Zeitreise...“ kann seither erworben werden.
Vereinsleben
Ein Großteil des Vereinslebens ist natürlich durch die Musik, bei Proben und Konzerten geprägt.
Heute verbindet ein ansprechendes Musikprogramm,
aber auch eine lockere Probenatmosphäre und ein tolles Miteinander bis zu 50 junge und ältere Musiker zwischen 12 und 79 Jahren.
Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 30 Jahren !
Gemeinsame Freizeitgestaltung und Förderung der Kameradschaft durch Vereinsfeiern,
Jugendaktivitäten und Ausflügen werden neben der Musik gepflegt. Besondere Höhepunkte sind es jedoch,
wenn Geselligkeit und Musik auf unseren Konzertreisen in die Partnerstädte zusammenkommen.
Sich ändernde Freizeitgewohnheiten machen aber auch vor dem Musikkorps Löhne nicht Halt.
Die Vereinsaktivitäten müssen oftmals mit einer bunten Vielfalt von Freizeitangeboten konkurrieren.
Aber auch Anforderungen in Schule und Beruf wirken sich auf das Vereinsleben aus.
Tendenziell möchte man sich eher nicht binden, was eine langfristige Orchesterplanung behindert.
Ein Vereinshaus, das als Zentrum des Vereinslebens auch zu spontanen Veranstaltungen einladen könnte
ist leider noch nicht vorhanden.
So richtig neu sind diese Probleme aber nicht. Bereits Protokolle von Mitgliederversammlungen in den 70er-Jahren
berichten von Klagen des Dirigenten Werhan über mangelnde Übedisziplin und schlecht besuchte Proben.
Partnerschaften
Musik verbindet. Gute Blasmusik wir nicht nur in Löhne gepflegt.
Schon in den 60er Jahren reiste der Musikverein Gohfeld zum internationalen Blasmusikfestival ins belgische Wieze.
Kurze Zeit später wurden Kontakte mit dem Musikverein Brauneberg an der Mosel geknüpft.
Seit 1983 unternimmt das Musikkorps regelmäßig Konzertreisen ins kärntnerische Spittal, der Partnerstadt Löhnes seit 1973.
Sowohl mit der Trachtenkapelle Molzbichl, aber besonders mit der Stadtkapelle Spittal bestehen freundschaftliche Beziehungen.
Zu unserem 90. Jubiläum freuten wir uns die Stadtkapelle Spittal zu Gast zu haben.
Die hervorragenden Beziehungen des Musikkorps zur Partnerstadt Spittal wird auch in dem Grußwort des damaligen
Spittaler Bürgermeister, Hellmuth Drewes, zum 75. Vereinsjubiläum 1989 deutlich;
darin heißt es: „Ein treuer Wegbegleiter auf diesem Freundesweg ist das Stadtmusikkorps Löhne [...]. Die Kapelle hat bei
ihren Besuchen in Spittal viel Freunde und Anhänger gefunden. Und alle diese, in den Klang ihres Ensembles verliebten Menschen,
gratulieren herzlich zu Ihrem Geburtstag und wünschen viel musikalischen Erfolg auf dem Weg zum Hunderter !“
Allen noch in guter Erinnerung ist das Partnerschaftstreffen 2000 in Löhne auf der Aqua Magica.
An diesem Treffen nahm auch die Blaskapelle Röbel von 1983 e.V. teil.
Wir begrüßen daher auch heute und in den nächsten Tagen die Blaskapelle Röbel sehr herzlich.
Die Städte Löhne und Röbel an der Müritz unterhalten seit 1990 freundschaftliche Beziehungen.
Seit 2001 richtet die Stadt Röbel während des alljährlichen Seefestes ein internationales Blasmusikfestival aus,
an dem das Musikkorps bislang immer teilgenommen hat.
Während des Blasmusikfestivals 2002 lernte das Musikkorps das Akademische Blasorchester
der Technischen Universität Braunschweig (AkaBlas) kennen.
Studierende Mitglieder des Musikkorps haben dort mittlerweile während Ihres Studiums eine zweite musikalische Heimat gefunden.
Zum 1. Löhner Blasmusikfestival der Musikzug im Beueler Stadtsoldatencorps „Rot-Blau“ 1936 e.V.(Bonn) teil.
Diese Freundschaft ist durch den beruflichen Aufenthalt Löhner Musiker in der „alten“ Hauptstadt der BRD entstanden.
All diese Partnerschaften und freundschaftlichen Beziehungen zeigen,
dass über die Musik hinaus Menschen aufeinander zugehen und sich verstehen können.
Abschluss und weitere Informationen
Über viele Ereignisse und Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte ließe sich noch berichten.
Stellvertretend für alle sollte man sich das Bild unseres leider bereits verstorbenen Ehrenmitgliedes Heinz Becker.
Mit über 80 Jahren machte ihm das Musizieren immer noch sichtbar Freude.
Möge diese Freude an der Musik auch dem Musikkorps der Stadt Löhne in seinen über 90er Jahren ins Gesicht geschrieben stehen.